Die Kita Neu Zittau auf dem Weg zum Bildungsplan 2026
Seit nunmehr zwei Jahren befindet sich unsere Kindertageseinrichtung in einem intensiven und zugleich sehr bereichernden Entwicklungs-prozess: Der Vorbereitung auf die Umsetzung des neuen Branden-burgischen Bildungsplans, der ab Sommer 2026 verbindlich in den Einrichtungen des Landes angewendet werden soll. Für uns ist dieser Bildungsplan weit mehr als eine Vorgabe – er ist eine fachliche Orientierung und zugleich ein Anstoß, unsere pädagogische Arbeit bewusst weiterzuentwickeln.
Im Mittelpunkt dieses Weges stand von Anfang an die Frage nach unseren gemeinsamen Zielen und Prioritäten: Was brauchen Kinder heute wirklich? Welche Haltung prägt unser tägliches Handeln? In zahlreichen Teamgesprächen, pädagogischen Tagen und Reflexionsrunden haben wir uns intensiv damit auseinandergesetzt. Dabei haben auch die Kinderrechte eine zentrale Bedeutung gewonnen. Kinder als eigenständige Persönlichkeiten wahrzunehmen, ihre Meinungen ernst zu nehmen und ihnen echte Mitbestimmung zu ermöglichen, ist heute ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags und entspricht dem Grundgedanken des neuen Bildungsplans.
Ein ebenso wichtiger Baustein ist unser weiterentwickeltes Kinderschutzkonzept. Der Schutz des Kindeswohls bildet die Grundlage unserer Arbeit und ist fest in unserer pädagogischen Haltung verankert. In den vergangenen zwei Jahren haben wir unser Konzept geschärft, klare Abläufe entwickelt und eine Kultur des aufmerksamen Hinschauens gestärkt. Kinderschutz verstehen wir dabei vor allem als Prävention – durch verlässliche Beziehungen, Beteiligung der Kinder und ein verantwortungsbewusstes Miteinander.
Auch unsere Räume und Strukturen haben wir im Sinne des Bildungsplans weiterentwickelt. Aus festen Gruppenstrukturen sind anregende Themen-räume entstanden, die den Kindern vielfältige Bildungsanlässe bieten und selbstbestimmtes Lernen ermöglichen. Kinder entscheiden zunehmend eigenständig, wo, wie und mit wem sie spielen und lernen möchten. Ergänzend dazu arbeiten wir im Kindergartenbereich in zwei altersgemischten Gruppen – ein Konzept, das sich bereits in der Krippe bewährt hat und das soziale Lernen auf natürliche Weise stärkt.
Gleichzeitig ist uns wichtig: Offenheit braucht Verlässlichkeit. Deshalb bilden ein klar strukturierter Tagesablauf und ein transparenter Wochenplan weiterhin das stabile Fundament unseres Alltags. Diese Orientierung gibt den Kindern Sicherheit und schafft den Rahmen, in dem sie sich frei entwickeln können.
Ein besonderes Element ist unser Kinderrestaurant mit gleitenden Essenszeiten. Innerhalb eines festgelegten Zeitfensters entscheiden die Kinder selbst, wann und mit wem sie essen gehen. So verbinden wir Selbstbestimmung mit klaren Strukturen und schaffen eine ruhige, wertschätzende Essenssituation.
Ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit ist die Bewegung. Regelmäßige Waldtage, Sportangebote und unserer Verkehrsspielplatz sind feste Bestandteile unseres Alltags und fördern die ganzheitliche Entwicklung der Kinder. Für dieses Engagement wurden wir mit dem Gütesiegel „Bewegungskita“ ausgezeichnet – eine Anerkennung, die unseren Weg bestätigt und uns zugleich motiviert, diesen Bereich weiterhin aktiv zu gestalten.
Fachlich begleitet wurde unser Entwicklungsprozess durch externe Unterstützung der Sprachberatung LOS, die uns wertvolle Impulse für die Reflexion unserer pädagogischen Haltung und die Weiterentwicklung unserer Bildungsarbeit gegeben hat.
All diese Schritte wären ohne die Unterstützung vieler Beteiligter nicht möglich gewesen. Unser herzlicher Dank gilt dem gesamten Team für sein Engagement und seine Offenheit, den Kindern für ihre Neugier und ihre täglichen Impulse sowie den Eltern für ihr Vertrauen und ihre konstruktive Begleitung. Ebenso danken wir dem Bürgermeister und seinen Gemeindevertretern, dem Amt Soziales, unseren Kooperations-partnern und dem Kita-Ausschuss für die verlässliche Unterstützung und die gute Zusammenarbeit.
Uns ist bewusst: Noch nicht alles ist perfekt. Doch genau das verstehen wir als Teil unseres Weges. Die Umsetzung des Bildungsplans ist kein abgeschlossener Zustand, sondern ein fortlaufender Prozess, den wir gemeinsam gestalten, reflektieren und weiterentwickeln.
Mit Blick auf den Sommer 2026 können wir sagen: Wir sind wichtige Schritte gegangen und haben tragfähige Grundlagen geschaffen. Gleichzeitig bleiben wir offen, lernbereit und in Bewegung. Denn gute frühkindliche Bildung entsteht dort, wo Haltung, Struktur und Entwicklung Hand in Hand gehen – und wo Kinder einen sicheren, stärkenden und lebendigen Ort zum Wachsen finden.
Ines Ziller, Steffi Mann.

